Mercosur-Demos: Bauernbund Brandenburg lobt Entscheidung des Europaparlaments

Heute morgen in Erkner ... Die von Mario Ortlieb und Thomas Essig organisierten Protestaktionen am Berliner Ring fanden wieder viel AufmerksamkeitHeute morgen in Erkner ... Die von Mario Ortlieb und Thomas Essig organisierten Protestaktionen am Berliner Ring fanden wieder viel AufmerksamkeitAnlässlich weiterer Bauernproteste an fünf Autobahn-Auffahrten zum Berliner Ring hat der Bauernbund Brandenburg seine Ablehnung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten bekräftigt. „Wir produzieren selber hochwertiges Rindfleisch auf unseren Weiden, wir wollen keine hormonbehandelte Importware aus dem brennenden Regenwald“, fasste Bauernbund-Vizepräsident Jens Gerloff die Kritik zusammen und appellierte an Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt, sich in ihrer Partei für eine starke heimische Landwirtschaft einzusetzen. Durch die Entscheidung des Europaparlaments, das Abkommen vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen, sei Zeit für gründliches Nachdenken gewonnen worden, so der 61jährige Mutterkuhhalter aus Teetz in der Prignitz: „Wenn bei einem Projekt 25 Jahre lang keine tragfähige Übereinkunft erzielt werden kann, ist das kein Argument für einen schnellen Abschluss, sondern eher dafür, die Sinnhaftigkeit des Projektes insgesamt in Frage zu stellen.“

Ausdrücklich bedankt sich der Bauernbund deshalb bei den Europaabgeordneten von Linken, Grünen, BSW, AfD und Freien Wählern, die sich nicht dem Druck der Kommission gebeugt, sondern in der Sache entschieden haben und damit politisch glaubwürdig geblieben sind. „Die Abgeordneten aus Frankreich, Polen, Irland, Ungarn und Österreich haben ebenfalls über alle politischen Lager hinweg für eine juristische Überprüfung gestimmt und damit die knappe Mehrheit im Parlament ermöglicht“, argumentiert Gerloff: „Lässt man mal das geopolitische Geschwurbel der Befürworter beiseite, geht es bei dem Freihandelsabkommen um knallharte Interessengegensätze, und zwar mit dem hart arbeitenden bäuerlichen Mittelstand auf der einen und dem internationalen Handelskapital auf der anderen Seite.“

Geradezu peinlich wirken aus Sicht des Bauernbundes die Versuche des Bauernverbandes, die Bedeutung von Mercosur herunterzuspielen. Gerloff: „Wenn sich Friedrich Merz sogar schon bei Joachim Rukwied für die Unterstützung beim Zustandekommen des Abkommens bedankt, sollte jeder Landwirt zumindest wissen, wer seine Interessen nicht vertritt.“