Mehr Gewicht für bäuerliche Interessen: Bauernbünde Sachsen-Anhalt und Brandenburg planen gemeinsame Berufsvertretung

v. l. n. r.: Jens Gerloff und Lutz Wercham, Vizepräsident und Präsident des Bauernbundes Brandenburg, Martin Dippe und Frank Böcker, Präsident und Vizepräsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt (Foto: Valverde)v. l. n. r.: Jens Gerloff und Lutz Wercham, Vizepräsident und Präsident des Bauernbundes Brandenburg, Martin Dippe und Frank Böcker, Präsident und Vizepräsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt (Foto: Valverde)Der Bauernbund Sachsen-Anhalt und der Bauernbund Brandenburg haben auf einem Treffen bei Brandenburg (Havel) vereinbart, in über die Landespolitik hinaus gehenden agrarpolitischen Fragen zusammenzuarbeiten, und planen, den derzeit mit Landesorganisationen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bestehenden Dachverband Deutscher Bauernbund künftig breiter aufzustellen. „Uns eint der Wunsch, den Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe in Berlin und Brüssel größeres Gewicht zu geben“, heißt es in einer Erklärung beider Bauernbünde: „Deshalb wollen wir Trennendes aus der Vergangenheit überwinden und überlegen, wie aus den bei unseren Gesprächen festgestellten inhaltlichen Gemeinsamkeiten das tragfähige Fundament für eine gemeinsame Berufsvertretung werden kann.“

Mit Martin Dippe (41) und Lutz Wercham (40) sind in Sachsen-Anhalt und Brandenburg junge Präsidenten im Amt, die in den letzten Jahren ihre Betriebe stark entwickelt und sich zugleich bei den Bauernprotesten engagiert haben. Anknüpfen wollen beide an die Überzeugungen, mit denen ihre Väter nach der Wende den Bauernbund gegründet haben. Dippe: „Bäuerliche Familienbetriebe mit ihrer Verbindung aus Eigentum und Arbeit, Produktivität und Nachhaltigkeit sind die leistungsfähigste Agrarstruktur und deshalb unser agrarpolitisches Leitbild.“ Wercham: „Angesichts des Nachwuchsmangels geht es ohnehin nicht um kleinere Betriebe, aber wir kämpfen immer dafür, dass möglichst viele Betriebe erhalten bleiben und erfolgreich wirtschaften können. Je mehr Bauern, desto besser.“

Der Bauernbund Sachsen-Anhalt und der Bauernbund Brandenburg entstanden in den 1990er Jahren als Organisationen der Wiedereinrichter gegen die Übermacht der LPG-Nachfolger. Mit ihrer agrarstrukturellen Ausrichtung auf bäuerliche Familienbetriebe, ihrem selbstbewussten Auftreten in aktuellen agrarpolitischen Debatten sowie ihrer Wertorientierung – beide firmieren unter „christlich, konservativ, heimatverbunden“ – sind sie in ihren Bundesländern präsent und sehen jetzt Chancen für größere Breitenwirkung.