Reinhard Jung, Lutz Wercham, Jens Gerloff, Steffen Jennerjahn, Maik Behrend, Frank Michelchen (v.l.n.r.)„Volles Korn statt leeres Stroh“ fordert der Bauernbund Brandenburg auf einem Banner, das Verbandsmitglieder gestern im Eingangsbereich der Brandenburg-Halle präsentierten, als inhaltlicher Impuls für den dort stattfindenden Empfang der Landesregierung. „Während im alten Logo der Grünen Woche der Schriftzug die Körner der Gerstenpflanze markierte, finden sich im kürzlich neu eingeführten Logo nur noch Grannen“, erläutert Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung die Parole. Damit beschreibe der Wechsel im grafischen Erscheinungsbild mit unbeabsichtigter Symbolkraft den tiefgreifenden Wandel der Agrarpolitik, die auf der Messe diskutiert wird, so der 60jährige Mutterkuhhalter aus Lennewitz in der Prignitz: „Hierzulande wird durch Green Deal und Naturwiederherstellung die heimische Landwirtschaft immer weiter an den Rand gedrängt, gleichzeitig öffnet man die Grenzen für billiges ukrainisches Getreide und brasilianisches Rindfleisch.“ Eine Rückkehr der Agrarpolitik zum alten Logo der Grünen Woche verlangt folgerichtig der Bauernbund auf seinem Banner: Vorfahrt für die Produktion, Auflagen und Abgaben runter, Importe stoppen, Monopole zerschlagen!
„Natürlich ging es bei unseren Gesprächen auf dem anschließenden Brandenburg-Abend hauptsächlich um Landesthemen, angesichts der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen“ berichtet Jung vom Empfang. Dennoch sei die inhaltliche Kritik auf dem Banner nicht nur beiläufig wahrgenommen worden: „Wir konnten vielen Gesprächspartnern damit unsere Überzeugung nahebringen, dass das Agrarland Brandenburg auch bei den großen landwirtschaftspolitischen Themen nicht auf die Bundesregierung warten muss, sondern mit eigenen Aktivitäten oder Bundesratsinitiativen selbstbewusst vorangehen kann. Brandenburg hat Berlin umzingelt.“
