Der Bauernbund Brandenburg e.V. ist die Landesgruppe der FREIEN BAUERN. Er vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Bauernbund Brandenburg: Statt 17 Cent runter muss die Energiesteuer komplett ausgesetzt werden

Keine Ausweichmöglichkeit: Steigende Energiepreise treffen Landwirtschaft und Landbevölkerung besonders hartKeine Ausweichmöglichkeit: Steigende Energiepreise treffen Landwirtschaft und Landbevölkerung besonders hartDer Bauernbund Brandenburg hat zur Wiederherstellung der Rentabilität im Ackerbau die vorübergehende Aussetzung der Energiesteuer auf landwirtschaftlich verbrauchte Kraftstoffe verlangt. „Im Gegensatz zu anderen Branchen können wir die massiv gestiegenen Kraftstoffkosten nicht an unsere Abnehmer weitergeben, worüber sie bruchlos in die allgemeine Teuerung einfließen würden“, begründet Bauernbund-Präsident Lutz Wercham die Forderung. Aufgrund der monopolartigen Strukturen bei Lebensmittelindustrie und Lebensmitteleinzelhandel sowie des Preisdrucks durch Importe bleibe vielen Landwirtschaftsbetrieben nur noch der Ausweg, die Produktion deutlich zu reduzieren oder sie ganz einzustellen, argumentiert der 39jährige Ackerbauer aus Wilhelmsaue im Oderland. Sollte sich auf diese Weise die heimische Erzeugung signifikant verringern, hätte das weitaus schwer wiegendere und vor allem langfristigere Auswirkungen: „Das könnte zu einem Strukturbruch führen mit dauerhaft erheblich höheren Lebensmittelpreisen. Bis eine neue Ernte heranreift, vergeht ein Jahr, die Wiedereinrichtung eines solide funktionierenden Landwirtschaftsbetriebes dauert Jahrzehnte, wie wir es in Brandenburg nach der Wende gesehen haben.“

Die Aussetzung der Energiesteuer für Landwirtschaftsbetriebe wäre ein wichtiges Signal, könne aber nur kurzfristiger Notbehelf sein, um besonders den seit drei Jahren kaum noch rentablen Ackerbau zu entlasten, so Wercham. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage ist nach Auffassung des Bauernbundes politisch verursacht und muss daher politisch korrigiert werden. Wercham: „Wir brauchen eine Schließung der Zollgrenze zur Ukraine, eine Aufkündigung der Freihandelsabkommen mit Kanada, Australien und den Mercosur-Staaten, Entflechtungsanordnungen des Bundeskartellamtes mindestens gegen Edeka, Aldi, Lidl, Rewe, Arla und Tönnies, eine Vertragspflicht und eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Agrarrohstoffe. Wenn es faire Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft gibt, können wir auch wieder Steuern zahlen.“