Der Bauernbund Brandenburg vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Bauernbund Brandenburg fordert Sofortmaßnahmen für den Ackerbau: Ukraine-Politik darf nicht einseitig auf dem Rücken der heimischen Landwirtschaft ausgetragen werden

Hoffnung auf die Ernte 2027: An vielen Stellen schauen die jungen Saaten schon aus der Erde herausHoffnung auf die Ernte 2027: An vielen Stellen schauen die jungen Saaten schon aus der Erde herausDer Bauernbund Brandenburg hat die Landesregierung aufgefordert, sich beim Bund für Sofortmaßnahmen einzusetzen, um den seit vier Jahren unter den Folgen der Ukraine-Politik leidenden Ackerbau kurzfristig zu entlasten. „Im Gegensatz zu anderen Branchen können wir die hohen Energiekosten nicht beim Verkauf unserer Produkte weitergeben“, sagte Bauernbund-Präsident Lutz Wercham: „Den aufgrund der Russland-Sanktionen massiv gestiegenen Preisen für Dünger und Diesel stehen anhaltend niedrige Getreidepreise gegenüber, die sich durch die massenhafte Verfügbarkeit von billigem Import- oder Transitgetreide aus der Ukraine absehbar nicht erholen können.“ Als agrarpolitische Interessenvertretung werde der Bauernbund sich nicht zu geopolitischen Machtfragen äußern, betont der 40jährige Ackerbauer aus Wilhelmsaue im Oderbruch, der gerade Gerste, Weizen und Roggen für die Ernte 2027 aussät. Allerdings sei es eine agrarpolitische Pflicht darauf hinweisen, dass die Lasten der Ukraine-Solidarität sehr ungleich verteilt sind, so Wercham: „Große Teile der Gesellschaft – vor allem im Staatsapparat und seinem steuerfinanzierten Umfeld – spüren überhaupt keine Auswirkungen des Krieges auf ihre Einkommen, während wir Bauern um unsere wirtschaftliche Existenz ringen, weil der Anbau von Getreide keine nennenswerten Gewinne mehr abwirft und notwendige Investitionen unterbleiben.“

Konkret verlangt der Bauernbund die unbefristete Aussetzung der kompletten Energiesteuer und CO2-Steuer auf landwirtschaftlich verbrauchte Kraftstoffe, einen Importstopp für ukrainische Agrarprodukte sowie die lückenlose Überwachung von Transitware, analog zu den Regelungen in Polen, außerdem eine deutliche Ausweitung der zivilen Notfall-Reserve, für die der Bund Getreide aufkauft und einlagert. Dauerhafte Entlastung werde erst eine Friedenslösung bringen, wodurch die Russland-Sanktionen aufgehoben und Getreideüberschüsse aus der Ukraine wieder über das Schwarze Meer Richtung Naher Osten und Afrika transportiert werden können, ist Wercham überzeugt und wünscht sich von Ministerin Hanka Mittelstädt, dass sie die Krise des Ackerbaus zum Hauptthema der 2027 in Brandenburg stattfindenden Agrarministerkonferenz macht: „Auch wir Bauern brauchen ein Ende dieses furchtbaren Krieges und einen Neubeginn, der die Ukraine davon freistellt, die erwiesene Solidarität in Rohstoffen zurückzahlen zu müssen. Keinesfalls darf das Land Teil der Europäischen Union werden.“