Der Bauernbund Brandenburg e.V. ist die Landesgruppe der FREIEN BAUERN. Er vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Bauernbund Brandenburg zum Berliner Kartoffelgeschenk: 4.000 Tonnen Raubtierkapitalismus

Reichlich heimische Ware für Bratkartoffeln, Pommes, Klöße und Reibekuchen: Lager auf einem brandenburgischen BauernhofReichlich heimische Ware für Bratkartoffeln, Pommes, Klöße und Reibekuchen: Lager auf einem brandenburgischen BauernhofAls widerliche PR-Aktion zur Zerstörung regionaler Märkte hat der Bauernbund Brandenburg das von der Berliner Morgenpost unterstützte Projekt der sächsischen Osterland-Agrargesellschaft bezeichnet, in Berlin 4.000 Tonnen Kartoffeln zu verschenken, angeblich um das Klima zu schonen und Bedürftigen zu helfen. „Durch die gute Ernte sind Kartoffeln gerade billig, die Erzeugerpreise decken kaum die Produktionskosten“, sagte Bauernbund-Vorstand Timo Scheib. Trotzdem handle es sich bei der vorgesehenen Tonnage um einen Marktwert von mindestens 300.000 Euro, der nicht einfach aus Idealismus abgegeben werde, so der 52jährige Ackerbauer aus Biesdorf bei Wriezen: „Hier bereitet ein von überregionalen Investoren finanzierter großer Agrarkonzern gezielt den Markteinstieg in Berlin vor, und das ausgerechnet zur Grünen Woche auf Kosten der märkischen Bauern, die sich mit Speisekartoffeln in den vergangenen Jahren mühsam ein wirtschaftliches Standbein aufgebaut haben. Das sind 4.000 Tonnen Verachtung von Lebensmitteln, 4.000 Tonnen Raubtierkapitalismus.“ 

Umweltbewusste Berlinerinnen und Berliner, die den Wert der heimischen Landwirtschaft zu schätzen wissen, sollten das Geschenk deshalb bewusst nicht annehmen, wünscht sich Scheib und hält fest: „Lebensmittel sind und bleiben wertvoll, auch wenn in den nächsten Tagen gedankenlose Gutmenschen an Schulen und Kirchen mit kostenlosen Knollen um sich werfen und der Medienpartner den Mantel der Mildtätigkeit darüber deckt.“ Keine Kartoffel müsse verschwendet werden, wie die Osterland-Agrargesellschaft dem Publikum vorgaukelt, sondern selbst in Jahren eines großen Überangebotes lassen sich nicht verkaufte Mengen noch als hochwertiges Viehfutter verwerten, argumentiert der Bauernbund. Bei der Kampagne gehe es einzig und allein darum, die Konkurrenz vor Ort zu schwächen, um selbst in den lukrativen Hauptstadtmarkt vorzudringen. Scheib: „Dagegen gibt es ein höchst wirksames Rezept: Einfach nicht abholen.“