Der Bauernbund Brandenburg vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

Headerbil Startseite: zwei Trecker bearbeiten einen Acker

Bauernbund Brandenburg gegen zweite 100-Tages-Frist: Wann gibt Hanka Mittelstädt endlich angreifende Wölfe zum Abschuss frei?

Ständige Angst um das Vieh: Von Wölfen im März 2026 gerissenes Schaf aus der Herde von Dirk SchulzeStändige Angst um das Vieh: Von Wölfen im März 2026 gerissenes Schaf aus der Herde von Dirk SchulzeEinen Monat nach der erneuten Regierungsbildung in Potsdam hat der Bauernbund Brandenburg Eile bei der nunmehr rechtlich möglichen Bejagung von Wölfen angemahnt. „Hanka Mittelstädt muss endlich liefern, für eine im Amt bestätigte Ministerin gibt es keine zweite 100-Tages-Frist“, sagte Bauernbund-Vorstand Dirk Schulze, der beim letzten Wolfsangriff auf seine Herde im März acht Schafe und Ziegen verloren hat. Trotz seit Monaten absehbarer Änderung der Rechtslage gebe es keine Hinweise darauf, dass im Ministerium irgendjemand an der für den rechtssicheren Abschuss noch erforderlichen Novelle der Wolfsverordnung arbeitet, wundert sich der 55jährige Schäfer aus Altbarnim im Oderland: „Nicht einmal die im Herbst letzten Jahres angekündigten, aus unserer Sicht völlig überflüssigen Arbeitsgruppen haben seither getagt. Für uns Weidetierhalter wird der Arbeitsalltag immer beschwerlicher, körperlich und auch psychisch durch die ständige Angst um das Vieh, aber in Potsdam scheint sich niemand dafür zu interessieren.“

Konkret bemängelt Schulze, dass das Ministerium bis heute keinerlei Untersuchungen vorgelegt hat, um den im novellierten Jagdrecht für einen Abschuss maßgeblichen Begriff der Unzumutbarkeit von Herdenschutzmaßnahmen auszuführen: „Wenn nach offiziellen Zahlen rund ein Drittel der Nutztierrisse in Herden stattfindet, die wolfsabweisend eingezäunt waren, sind diese oftmals teuren und aufwändigen Zäune schlicht nicht zumutbar. Kein Architekt muss eine Statik weiter verwenden, bei der ein Drittel der Bauwerke einstürzt.“ Desweiteren fragt sich Schulze, warum die Jäger trotz Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht immer noch nicht am Monitoring mitwirken können: „Warum ist nicht längst eine Meldestelle eingerichtet? Wie sollen die unrealistisch niedrigen Bestandsschätzungen des Landesumweltamtes anders korrigiert werden als durch diejenigen, die täglich flächendeckend das Wild beobachten?“

Der Bauernbund fordert seit Jahren, dass angreifende Wölfe vor dem Weidezaun erschossen werden dürfen, also bevor sie Schafe, Ziegen, Kälber oder Fohlen gerissen haben. 2018 machte er mit seiner landesweiten Kampagne wolfsfreiezone.de auf die Bedrohung der Weidetierhaltung aufmerksam.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.