Der Bauernbund Brandenburg vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Gentechnik-Abstimmung am 17. Juni: Bauernbund Brandenburg kämpft gegen Abhängigkeit von Saatgut-Konzernen

Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung konnte sich im Mai mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer austauschen auf einer Veranstaltung der Bundestagsabgeordneten Saskia Ludwig, die unser Anliegen unterstütztBauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung konnte sich im Mai mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer austauschen auf einer Veranstaltung der Bundestagsabgeordneten Saskia Ludwig, die unser Anliegen unterstütztDer Bauernbund Brandenburg hat seine Auffassung bekräftigt, dass es keine Deregulierung der neuen Gentechnik geben darf ohne gleichzeitige Änderung der Biopatentrichtlinie zugunsten von Landwirten und Pflanzenzüchtern. „Die gesamte organisierte Landwirtschaft von Bauernverband bis Bioland, die gesamte Agrarministerkonferenz und nicht zuletzt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stehen hinter der Forderung, Patente auf Pflanzen, Pflanzenbestandteile und Pflanzeneigenschaften wirksam einzuschränken“, argumentiert Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung. Sollte es trotzdem im Europaparlament mit den Stimmen von Christdemokraten und Liberalen zu einer Mehrheit für die Zulassung patentierter so genannter NGT1-Pflanzen kommen, würde dies die Landwirtschaft in gefährliche Abhängigkeit von multinationalen Saatgutkonzernen bringen und wäre verbunden mit einem massiven Vertrauensverlust gegenüber den genannten Parteien, so der 60jährige Rindermäster aus Lennewitz in der Prignitz: „Wir appellieren an alle Europaabgeordneten, die Gentechnik-Deregulierung abzulehnen, und wenn es dafür nicht reichen sollte, dann zumindest den Änderungsanträgen der Sozialdemokraten zuzustimmen, die Rat und Kommission dazu zwingen würden, erneut über die Patente zu verhandeln.“

Bei der für den 17. Juni angesetzten Abstimmung über die NGT-Verordnung geht es um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen, die nach dem neuartigen Verfahren CrisprCas hergestellt wurden. Während Verbraucher kritisieren, dass für die NGT1-Pflanzen keinerlei Kennzeichnung vorgesehen ist, sehen Landwirte aufgrund der Patente vor allem den freien Zugang zu ihrem zentralen Produktionsmittel Saatgut in Gefahr, erläutert Jung: „Wenn man bei einer Weizenpflanze mit Zehntausenden Genen ein Gen verändert und patentiert, ist das wie wenn man am Traktorreifen eine Ventilkappe auswechselt und behauptet, der Traktor gehört jetzt mir.“ Obwohl sich das Europaparlament im Zusammenhang mit der Gentechnik-Deregulierung bereits 2024 gegen Patente auf Pflanzen ausgesprochen hat, sieht der aktuell vorliegende Verordnungsentwurf keinerlei Einschränkungen vor. Jung: „Die Lobbyisten der Industrie haben ganze Arbeit geleistet.“

In Gesprächen mit Europaabgeordneten unterschiedlicher Fraktionen versucht der Bauernbund derzeit, Einfluss auf die Abstimmung zu nehmen. Auch schon bei der Abwehr der alten Gentechnik vor fünfzehn Jahren habe die bäuerliche Interessenvertretung eine wichtige Rolle gespielt, erinnert sich Jung: „Das war auch damals nicht einfach, aber damals gab es in der Union noch starke konservative und im ländlichen Raum verwurzelte Kräfte, letztlich haben wir uns mit Hilfe von Horst Seehofer durchgesetzt.“ Heute sei die Lage unübersichtlicher, gleichwohl nicht aussichtslos, wenn es gelingt, den Abgeordneten die Tragweite ihrer Entscheidung deutlich zu machen, so Jung: „Wir reden hier nicht über irgendwelche Wunderpflanzen, sondern über den Anspruch multinationaler Saatgutkonzerne, den Ernährungssektor unter Kontrolle zu bringen. Jedenfalls lassen wir uns nicht für dumm verkaufen und werden sehr genau beobachten, wie es in den nächsten zehn Tagen weitergeht.“

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